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M5.N1 – Jagd auf Damokles – „All In“
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Ein Knall erschütterte den Motorraum. Mallory wurde herumgeworfen und stiess sich den Kopf an der stählernen Decke. Er stützte sich ab um nicht in die wirbelnden Achsen des offenen Motors zu fallen.
Sich den Kopf reibend rief er durch die Luke: „Striker, was zum Teufel war das ?“
„Panzermine, Sir ! Aber keine Sorge, die können unseren Adamantitketten nichts anhaben ! “
Auch das noch.
„Fahren Sie vorsichtig bitte, Corporal, der Motor ist offen !“ Mallory hatte die Zylinder des Multi-Treibstoff Motors manuell starten müssen.
„Ja, Sir. Natürlich. Rechts vor links ! Spiegel, Blinker, Schulterblick …“ lachte Striker.
Kurz darauf hörte Mallory eine gewaltiges anhaltendes Knirschen sowie Geräusche von Glas und Stahl die zerbarsten.
Der Panzer schlenkerte in einem wilden Slalom von rechts nach links. Mallory fühlte wie ihm übel wurde.
„Was denn nun schon wieder ?!“
„Haben eine Reihe Autos platt gefahren.“
„Und was soll das ?“
„Taktik, Sir ! Wir verwehren dem Feind Transport !“
Mallory schüttelte den Kopf, aber sagte nichts.
Wenn die Männer Spass an der Zerstörung hatten wollte er ihre Moral nicht nach unten ziehen.
Der letzte Kampf war verlustreich gewesen. Sie hatten sich bis auf ein paar Dutzend Meter angeschlichen und waren dann aus vollen Rohren schiessend aus der Deckung gestürmt.
Sie konnten sich bis zum Panzer den Weg freischiessen aber die Menturi Korpsmänner hatten die ganze Zeit über Gegenfeuer geleistet.
Broderick war von einem Melter getroffen worden und sofort in Flammen aufgegangen. Der ehemalige Journalist hatte keine Chance. Mallory erinnerte sich noch an den abgebrochenen Schrei, bevor die Gestalt des Offiziers in einer qualmende Stichflamme zerschmolz.
Die kleine Gruppe hatte sich ob auf dem Panzer verschanzt, auf die aus allen Richtungen vorrückenden Menturi feuernd während Mallory und Striker verzweifelt versuchten die Maschine in Gang zu bringen.
Admiral Stephens bemannte die Seitenkanzel, während Mallory geschlagene acht Minuten damit zubrachte den Panzer in Gang zu bringen.
Als der Motor des Ungetüms endlich ansprang rasten sie los, einige Korpsmänner unter ihren Ketten zermalmend. Der Feind schien geradu moralisch empört darüber zu sein dass Mallorys Männer einfach ihren Panzer stahlen.
Sie liessen das Kampffeld hinter sich.
Der militärisch schlimmste Verlust für Mallory war Sergeant Branco gewesen, der von einer von der Panzer abgeprallten Schrappnell in dem Bauch getroffen wurde und mit einem Fluch zusammensackte.
Mallory hatte sich die ganze Zeit auf den taktischen Verstand des Unteroffiziers verlassen.
Nur mit Mühe gelang es ihnen den Verwundeten in den Panzer hineinzuziehen.
Captain Broderick wurde von einem Melter getroffen und Mallory sah noch die brennende schreiende Gestalt des Presseoffiziers wie der sich langsam in Qualm auflöste. Es würde viele Flaschen Whiskey brauchen bis dieses Bild vergessen hatte.
Der Verlust der ihn am Schlimmsten traf war allerdings Jesse Bluestar.
Vor Mallorys geistigem Auge sah er noch eine einsame Gestalt von auf dem Dach, die langsam hinter ihm kleiner wurde.
Ah, Jesse…
Der junge Soldat hatte ihnen den ganzen Kampf über mit seinem Granatwerfer Feuerschutz geleistet, selbst als er bereits verwundet war.
Er erinnete sich noch an die Rufe und das Winken die langsam leiser wurden.
Mallory fühlte sich wie ein Vater der sein Kind zurückgelassen hat. Warum liess er sich immer wieder zu diesen wahnsinnigen Aktionen breitschlagen . Hätte er doch auf seine Bulldogge Raffles gehört.
Wann würde das ein Ende haben ?
Wieviele Jungen die ihm vertrauten würde er noch verlieren ? Die Toten , sie waren längst in der Überzahl. Manchmal glaubte er sie um sich zu spüren, nach der Welt der Lebenden trachtend, wie ein Meer dass sich um eine Kerze zusammendrängte.
Eine Stimme neben ihm flötete:
„Bläst mal wieder Trübsal, Mallory, ja ? Ja das mit Corporal Bluestar ist tragisch, ist ja nun wirklich nicht das erste Mal …“
Mallory fuhr auf.
Es war Bodie. Der junge Adlige sah wie immer gut gekämmt und schneidig aus, die Mütze locker schief über dem Gesicht, eine Pfeife in den spöttisch lächelnden Lippen.
„Sieht tatsächlich so aus als ob Du jetzt hier der Chef bist ! Der Imperator bewahre uns !“
„Was zum Teufel machst Du denn wieder hier ?“ fragte Mallory.
„Wieder ? Ich war die ganze Zeit über dabei. Hab mitgefiebert und die Daumen gedrückt, mein Lieber.“
„Ah ja ? Mitfiebern ! Während wir um unser Leben kämpfen !“
„Naja, in meinem Zustand in mein Kampfwert nicht gerade hoch. Deswegen beschränke ich mich auf das Moralische.“
„Mit anderen Worten Du kommst schon wieder um blöde Kommentare abzugeben ?“
„Überhaupt nicht. Sei doch nicht immer so sensibel ! Ich finde Du hast es eigentlich gar nicht so schlecht geschlagen. Obwohl Du eine komplette Niete in Taktik, Führung oder auch nur rudimentären soldatischen Kenntnissen bist, hast Du es geschafft Dich mit einem schlechten Blatt ziemlich gut durchzubluffen.“
„Dankeschön ! Ich weiss nicht ob das ein Lob oder eine Beleidigung war. Sonst noch was ?“
„Ja ich soll Dir schöne Grüße von Broderick ausrichten. Er ärgert sich total, dass er den Melter nicht gesehen hat als er auf die Gruppe von Wachen zugestürmt ist.“
„Broderick ?“ Mallory war so überrascht dass er den Schraubenschlüssel auf seinen Fuss fallen liess. „Wo ? Wo ist er ?“
„Nirgendwo natürlich, er ist ja tot. Deswegen redet er ja mit mir, Schlaumeier. Achja , und er sagt Dir Du sollst nicht direkt auf den Sektor 27 zuhalten, auch wenn er der nächste ist. Die Autobahnbrücke hält das Gewicht von dem Shadowsword nicht aus, und ausserdem haben die Menturi da einen Baneblade im Einsatz, dessen Kanone eure Panzerung durchschlagen kann.“
Mallory horchte auf.
„Baneblade ? Woher weisst Du das ? Ich meine woher weiss er das ? Der Mann war doch Presseoffizier !“
„Ach nein mein Lieber, Du schnallst ja gar nichts. Broderick war vom Geheimdienst des Administratums auf Stephens angesetzt. Er hatte Zugang zu allen Stabsbesprechungen.“
„Broderick ? Logis Strategos ? Und warum sagst Du mir das jetzt ?“
„Ich hab´s auch erst gerade mitgekriegt. Hat mir Broderick erzählt – er meint jetzt spielt´s ja auch keine Rolle mehr.“
„Du führst mich an der Nase herum. Du willst dass ich ende wie Du.“
„Mallory“ sagte Bodie sichtlich empört. „Was hätte ich denn davon ? Tot ist man lange genug. Ich sehe Dich noch früh genug hier.“
„Sehr aufbauend. Moralisch meine ich.“
„Das ist noch nicht alles.“
„Was willst Du denn sonst noch ?“
„Nicht ich. Er. Er meinte Du sollst den Umweg über den Südwesten, entlang der Versorgungsstrasse und dann sich mit den Kräften in Sektor 38 vereinigen. Da solltet ihr auch aus der Reichweite der Störsender raus sein.“
Mallory schüttelte den Kopf. Er würde sich doch nicht von einem Hirngespinst taktische Ratschläge geben lassen.
„Verschwinde !“ rief er „Raus aus meinem Kopf !“
Mallory schwang sich nach oben in den Turm auf. Im von den Sensorprojektionen erhellten Dunkel des gepanzerten Raums sah er den Rücken von Striker und Britt, die konzentriert durch die Nachtsichtgeräte des Panzers starrten.
Mallory sah auf der Karte den Sektor 27 beim Fluss im Norden, und den blinkenden Punkt der ihre Position anzeigte immer weiter darauf zuhalten.
In knapp einer Stunde würden sie in Sicherheit sein.
Abdrehen, sagte ihm irgendwas in seinem Inneren.
Es war Wahnsinn.
Wollte er sich tatsächlich auf die Eingabe eines Hirngespinstes verlassen ?
Andererseits war diese Information fast schon unheimlich spezifisch. Sektornummern, Panzertypen, Navigationsrichtungen, Senderreichweite. Dachte man sich sowas aus ?
Konnte es sein dass sein Unterbewusstsein irgendetwas aufgeschnappt hatte und ihm nun in Gestalt von Bodie wieder zuflüstern wollte ?
Eine bizarre These. Aber konnte er sie kategorisch ausschliessen ?
Aber wie würde er das den Männern erklären ? Sie würden ihn für verrückt erklären. Sie würden ihn des Kommandos entheben. Sie würden ihn vor ein Kriegsgericht stellen !
Nein, es war ausgeschlossen ! Sektor 27. Da mussten sie durch.
„Kursänderung“ hörte er sich plötzlich selbst mit lauter Stimme sagen.
„Striker, fahren sie über die Zubringerstrasse nach Südwesten, auf Sektor 38 zu.“
Oh Thron, hatte er das tatsächlich gesagt ? War er jetzt grössenwahnsinnig ? Was war in ihn gefahren irgendwelche Zufallsorder zu geben ? Mallory duckte sich innerlich vor den ungläubigen und wütenden Reaktionen der Elite-Soldaten die ihn erwartete. Natürlich war der Plan Schwachsinn. Jetzt hatte er sich endgültig als gefährlicher militärischer Idiot enttarnt.
„Aye, Sir !“ sagte Striker ohne auch nur einen Wimpernschlag zu zögern „Britt, nächste Kreuzung runter von der Strasse. Kurs Sektor 38.“
„Kurs 38“ bestätigte Britt.
„Eure Weisheit, sie verlassen die Autobahn.“
„Was ?“
Nevar ging zu dem Radarschirm an der Seite des Transport-Bays der Valkyrie.
Der rote Punkt der Mallorys Position anzeigte bewegte sich tatsächlich von der Ausfahrt herunter.
„Verdammt.“
Nevar knüllte seine goldende bionische Hand zusammen, so dass der hölzerne Rand des Tisches splitterte.
Er hatte die Falle so gut geplant. Durch eine gezielte Treibjagd hatte er es geschafft den Shadowsword Richtung Norden auf die Skylein-Allee zu bugsieren.
Der Baneblade war bereits aktiviert.
Sie würden die Autobahnbrücke sprengen und dann was von dem Shadowsword noch übrig war mit der Baneblade-Kanone zerlegen. Dann würden Spezialkommandos das Wrack des Panzers mit schweren Waffen öffnen und entern. Falls Stephens dabei drauf ging dann war es eben so. Das würde immer noch leichter zu erklären sein als dass der Admiral lebend entkommen war.
Und jetzt das ! Es war als ob Mallory einen sechsten Sinn hatte.
Major Mallory starrte gebannt auf das Radar. Eine Reihe von Wellenlinien zeigte Reflektionen elektromagnetischer Strahlungen und Radarschatten. Er musste zugeben dass er eigentlich garnichts von den Instrumenten verstand.
„Striker, sind wir noch in diesem verflixten Störfeld ? Savage, versuchen Sie Verbindung zum HQ herzustellen.“
„Ja Sir. Warten Sie. Ich werde Energie von den Waffen auf das Funkgerät umleiten.“
„Äääh, ja . Hört sich gut an. Tun Sie das.“
Er hörte ein Knacken und Rauschen unterbrochen von Britt trockener Stimme „ All Stations, hier ist Knight Six.“ Nichts.
„All stations, Knight Six.“
Ein undeutliches Rauschen und Knacken, unterbrochen von Fragmenten einer Stimme.
„Da war etwas ! Können Sie das irgendwie verstärken ?“
Dann schliesslich, klarer „Knight Six, hier King, bitte kommen.“
Mallory ergriff das Mikrophon und rief hinein „King, King ! Knight Six hier.“
„Mallory, potztausend, sind Sie das ?“
„Kustar ? Ja, Sir. Major Jonah Mallory hier“
„Donnerwetter. Mallory ? Ich dachte Sie sind tot.“
„Äh, ich auch, aber, äh, es ist dann doch anders gekommen. Wir mussten einen kleinen Umweg machen. Den Admiral rausholen.”
„Potzblitz ! Rausholen ! Der Admiral !
„Ja er war bereits in der Gewalt der Menturi, wir mussten ihn freischiessen.“
„Beim Goldenen Thron, Mallory. Wo ist er ?!“
„Bemannt gerade die schweren Bolter.“
„Bolter ?! Der Admiral ist bei Ihnen ?? Das ist ja kolossal. Mallory, wo zum Teufel sind Sie ?“
„In nem Shadowsword, kommen gerade auf ihre Position zu.“
„Shadowsword ??“
„Ja Sir, wir haben einen von Menturi, äh … gekapert.. Sir, wir brauchen ihre Unterstützung. Das ganze Purpurne Korps ist hinter uns her !“
„Donnerwetter, Mallory. Ich wusste ja dass sie ein knallharter Typ sind aber das schiesst den Vogel ab ! Da operieren sie tagelang hinter den feindlichen Linien als ob es nichts wäre und wenn Sie wieder auftauchen haben Sie nicht nur einen feindlichen Superpanzer gekapert sondern auch den Admiral befreit ! Sie sind ein Teufelskerl, Mallory ! Ich werde sofort alle Truppen zusammenrufen.“
Garth Nevars Augen verengten sich zu engen Schlitzen.
„Was ist ihr neuer Kurs ?“
„Südwesten.“
Nevars Kaumuskeln mahlten. Kustar war dort.
„Funken Sie das Neunte Panzerbataillon an. Leiten sie die Demolisher und Leman Russ um.“
„Eure Weisheit, diese Einheit hat Feindkontakt. Wenn wir Kustar nicht blockieren hat er freie Fahrt in den zweiten Ring.“
„Glaubt Ihr das weiss ich nicht ?! Aber der Admiral entkommt dann haben wir noch ein ganz anderes Problem ! Oder wollt Ihr das Vikas Menturi erklären ? Wir haben keine Wahl. Schnappt euch diesen Mallory !“
„Jawohl, eure Weisheit.“
„Und fliegt mich über die Zubringerstrasse, wir wollen sehen ob ich diesem Verrückten nicht etwas Vernunft einreden kann.“
„Was ist dieser Lärm ?“ fragte Mallory. Eine Rauschen von lauten Turbinen erfüllte hinter ihnen die Luft.
„Valkyrie“ meinte Striker, „dem oszillierenden Geräusch nach zu urteilen ein Phaeton IX Pattern Triebwerk.“
„Unser Regiment kommt um uns zu retten ?“
Striker lachte. „Nein , Sir. Das ist eine von den Menturi. Sie verfolgen uns aus der Luft. Ich glaube Sie haben gerade ihre volle Aufmerksamkeit.“
„Halten Sie das.“ Mallory drückte ihm den Schraubenschlüssel in die Hand. Umständlich kletterte er die metallerne Leiter des Turms hoch.
„Wie geht diese verdammte Luke auf ?“
„Der Hebel links, Sir.“
Mallory betätigte den Hebel und öffnete die Luke. Der Wind und Lärm von Turbinen fuhr ihm entgegen und zerzauste sein Haar. Die Strasse war hell erleuchtet. Die Strahlscheinwerfer einer Valkyrie tauchten den dahinrasenden Shadowsword und die vor Ihnen liegende Strasse in blauweisses Licht. Eine blecherne Stimme dröhnte über die Autobahn.
„Major Jonah Mallory, hier spricht Oberst Garth Nevar. Ich habe Autorisation von der Menturi Familie direkt mit Ihnen zu verhandeln !“ schallte sie über den Motorenlärm.
Mallory blinzelte in den Scheinwerfer, beschattete seine Augen mit einer Hand.
„Haben wir etwas zu bereden, Oberst ?!“
„Hören Sie, wir machen Ihnen ein Angebot, stoppen Sie den Panzer und alles wird gut. Sie werden als Kriegsgefangener mit allen militärischen Ehren behandelt. Ausserdem werden wir Sie bei der ersten Möglichkeit austauschen ! Geben Sie uns den Admiral und die Sache ist geklärt.“
Das Angebot war verlockend, das gab Mallory zu. Aber erstens traute er den Menturi nicht und zweitens fühlte er sich … tatsächlich etwas pikiert dass man ihn für so schwach hielt. Er war überrascht von seiner eigenen Reaktion.
Es biss sich auf die Lippen. Waren das die gefährlichen Helden-Flausen, vor denen er sich immer in Acht nehmen wollte , dieser Mumpitz der einen am Ende ins Grab bringt ?
„Oberst, Sie haben seltsame Vorstellungen davon wie das Imperiale Kommissariat mit jemandem verfährt der einen höheren Offizier dem Feind ausliefert.“
Mallory hörte den tosenden Lärm der Valkyrie-Turbinen über sich und sah wie sich ein Suchscheinwerfer direkt auf ihn richtete.
„Mallory, auch das können wir klären. Halten Sie den Panzer an und Sie stehen unter dem Schutz der Menturi. Sie erhalten einen Anteil vom Kopfgeld. Mallory, die Menturi werden diesen Krieg gewinnen. Jetzt haben Sie noch Gelegenheit sich auf die richtige Seite zu stellen. Verheizen Sie nicht sinnlos ihr Leben und das Ihrer Männer.“
Nun, es war ein guter Ratschlag. Hörte sich durchaus vernünftig an. Ein angenehmes Leben als Kollaborateur, keinerlei Verantwortung und keinerlei Ärger.
Aber dennoch … Mallory nahm einen tiefen Schluck aus seinem blechernen Flachmann. Der Whiskey rann ihm die Kehle herunter und er spürte wie sich die wohlige Wärme in seiner Brust ausbreitete …
Der Wind im seinem Haar, der Schein der Strassenlaternen die an ihm vorbeirasten, die hektischen Funksprüche, das Rattern der Panzerketten, sie alle vermischten sich zu einer Art von grossem tosendem Rausch. Ihm war als sähe er sich selbst in einem Traum, eine einsame Gestalt auf einem eisernen Ross inmitten eines rasenden Sturms. Alle Kameras , Augen, Sensoren auf ihm. Wohin sie fuhren ? Ins Nirgendwo. In Nichts. In den tosenden Mahlstrom der Zerstörung. Aber was störte ihn das solange sie fuhren ?
Verdammt, es fühlte sich gut an ein Held zu sein !
Alle Angst, aller Zweifel, alle Konsequenzen waren vergessen in diesem Augenblick. Ihm war als gäbe es nur dieses eine grosse Jetzt.
Was Sie tun macht keinen Sinn , Mallory !“
Er drehte sich hoch zu der fauchenden Valkyrie, das Scheinwerferlicht im Gesicht, der Sturm der Turbinen in seinen flatternden Haaren und Kleidern.
„Manche Dinge machen keinen Sinn !“ rief Mallory . Er zog seine Plasmapistole aus dem Hüfthalter und feuerte eine Salve brennender Kugeln auf die Valkyrie.
Dann drehte er sich hinunter, knallte die Luke zu, und rief durch die offenstehende Blast-Tür des Turms „Admiral, Sie sitzen gerade an den Boltern. Bitte sagen Sie dem Oberst was wir von seinem Angebot halten !“
„Mit Vergnügen, Mallory ! Hahaha !“
Er hörte das Geratter eines schweren Zwillingsbolter losgehen, gefolgt vom Zischen einer Laserkanone, unterbrochen nur vom rauen Lachen des Admirals. Mallory beobachtete grimmig wie die Valkyrie plötzlich panisch hochzog und abdrehte.
Unter sich spürte er das dröhnende Vibrieren des Panzers der über Bombentrichter und Schlaglöcher bretterte. Der Motor röhrte auf voller Leistung, alle Zylinder feuerten.
Alles oder nichts, dachte Mallory.
Das würde Dir gefallen, Bodie, oder nicht ? Alles auf den Tisch.
All in.